Dr. h.c. Cees Nooteboom

Badenweiler Ehrengast 2018

„Solange man da ist, geht die Welt einen etwas an!“ – so der international äußerst renommierte und vielfach geehrte Schriftsteller Cees Nooteboom in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (2017). Das Œuvre Nootebooms ist vielseitig. Neben seinen ersten vorsichtigen Schritten auf dem Gebiet der Reiseschriftstellerei und Lyrik in den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts arbeitete der heute 85-Jährige zunächst als Reporter und berichtete u.a. vom Ungarn-Aufstand (1956) oder den Pariser Studentenunruhen (1968). Auch im Laufe seines späteren Lebens ließen ihn besondere Ereignisse nicht los, die er auch literarisch verarbeitete: so z.B. Ende der 70iger Jahre die sog. „Iranische Revolution“ oder seit 1989 den Zusammenbruch der DDR. Romane, Novellen, Reiseberichte und -erzählungen, Gedichte, Essaysammlungen, Reportagen und auch ein Theaterstück zeigen auf, wie Nooteboom die schriftstellerische Klaviatur zu spielen vermag. Sein niederländisches Romandebüt gab er 1955 mit „Philip en de anderen“ (dt. „Das Paradies ist nebenan“ 1958), was ihm die Verleihung des Anne-Frank-Preises einbrachte; internationalen Ruhm erlangte Nooteboom zu Anfang der 80iger Jahre mit seinem (in der Zwischenzeit auch verfilmten) Roman „Rituelen“. Seit 1991 wurde er in Deutschland mit seiner Novelle „Die folgende Geschichte“ einer größeren Leserschaft bekannt.

 

In diesem Jahr ist Nooteboom am Freitag, 19. Oktober, zum wiederholten Male Gast bei den Badenweiler Literaturtagen. Er wird u.a. aus seinen „Briefen an Poseidon“ (2012) lesen, die seine täglichen Beobachtungen, seine Gedanken über Götter und Gott sowie den neuen Blick auf alte Mythen widerspiegeln. Die Auszeichnung als Ehrengast wird in diesem Jahr an Cees Nooteboom verliehen, der durch seine wiederholten offiziellen Auftritte bei den Badenweiler Literaturtagen, aber auch als Privatperson bei seinen gelegentlichen Aufenthalten das Heilbad Badenweiler als kulturellen Ort aufgewertet hat.