Hildegard von Bingen Garten

Unter der Leitung von Gärtnermeister Harald Schwanz wurden Gewürz- und Heilpflanzen aus dem Mittelmeerraum angesiedelt und ein „Hildegard von Bingen-Garten“ unterhalb des Vogesenblicks bei der „Kaffeemühle“ angelegt. Entsprechend des nahezu 800 Jahre in Vergessenheit geratenen Heilkundewissens der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) wird auf Beeten entlang der Stützmauer eine Vielfalt von Heilpflanzen gezeigt. Interessierte Besucher können sich an Hand einer im Tourismusbüro zu erwerbenden kleinen Schrift „Hildegard von Bingen-Garten im Kurpark Badenweiler“ ausführlicher über die Anlage informieren.

Mensch und Umwelt im Mittelalter

Im Mittelalter hatten die Menschen einen ganz anderen Bezug zu Pflanzen als wir modernen Menschen heute. Zum einen wurden Kräuter nicht in nützliche und schöne unterteilt, sondern fanden sich einträchtig nebeneinander in den Gärten. Wissenschaft und Medizin dieser Zeit basierten im Wesentlichen auf Überlieferung und Erfahrung, die damals vorhandene Literatur ging zum grössten Teil auf griechische und römische Werke zurück. Die Menschen damals waren nicht mit einem Übermass an Wissen überfrachtet und betrachteten die Wirkung, die von bestimmten Pflanzen ausgeht, mit einer Mischung aus Erfahrung und Intuition. Manchen Menschen ist auch heute noch die Fähigkeit zu eigen, sich zurückzulehnen und zu fühlen, wonach ihr Körper gerade verlangt.

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen, die im Jahre 1098 bei Alzey geboren wurde, besaß diese Fähigkeit in hohem Maße. Ihre visionäre Fähigkeit, die sie im Alter von fünf Jahren entdeckte, verhalf ihr zu Erkenntnissen unabhängig von der medizinischen und naturkundlichen Literatur ihrer Zeit. Beispiellos für die Zeit in der sie lebte, erfühlte sie die Heilkräfte der belebten und der unbelebten Umwelt und fasste ihre Erkenntnisse in zwei grossen Werken zusammen:Physica über die Heilkraft der Natur undCausa et Curae über die Ursachen und Behandlungen von Krankheiten.

Die Originalität ihrer Krankheits- und Gesundheitslehre wird heute immer deutlicher gesehen. Es ist wahrscheinlich, dass die Äbtissin die erste universale christliche Anthroprologie geschrieben hat. Heute wird mit sorgfältiger Beachtung der Rezepturen und Anwendungsanweisungen Hildegards erfolgreich praktiziert. Auch die beiden oben genannten Bücher sind, neben zahlreichen Schriften über ihr Leben und Werken, heute in aktuellen Auflagen im Buchhandel erhältlich und somit für jeden zugänglich.

Der Hildegard-Garten

Hildegard zu Ehren und zum Gedenken wurde im Jahr 2000 der Hildegard-von-Bingen-Garten im Kurpark geschaffen. Am südwestlichen Burghang unterhalb der "Kaffeemühle" entstand auf 500 Quadratmetern ein Bereich, der Pflanzen vorbehalten ist, die Hildegard von Bingen in ihren Werken beschrieben hatte. Der Garten entstand auf Initiative der HeilpraktikerinElsbeth Vetter und wurde unter Leitung vonHarald Schwanz von den Kurparkgärtnern in Zusammenarbeit mit der Hildegard-Regionalgruppe Markgräflerland angelegt. Die Kurparkgärtner werden bis heute von der Regionalgruppe bei der Pflege der Kräuterbeete unterstützt. Dieser Garten ist ein weiteres Kleinod unter den vielen gärtnerischen Schätze des Kur- und Schlossparks Badenweiler.

Hier finden sich über 100 Kräuter, Bäume und Strächer, deren Heilkräfte Hildegard entdeckt und schriftlich festgehalten hat. Um Besuchern einen genauen Überblick zu verschaffen, sind den Pflanzen Plaketten mit Nummern zugeordnet. Zur Bestimmung dient eine Gartenbroschüre, in der sämtliche Pflanzen mit ihrer entsprechenden Nummerierung aufgelistet sind. Neben Name und Bild der jeweiligen Pflanze enthält diese Broschüre auch Hinweise zu deren Wirkung und Anwendung nach Hildegard von Bingen. Dabei ist zu beachten, dass die Zubereitung der Heilmittel Fachleuten vorbehalten sein muss, die über ein entsprechendes Fachwissen verfügen. Wir raten dringend davon ab, Selbstversuche zu unternehmen. Bei empfindlichen Menschen kann bereits das Berühren mancher Pflanzen zu allergischen Reaktionen mit schwerwiegenden Folgen führen. Alle Hildegard-Heilmittel sind heute im Fachhandel erhältlich. Für eventuelle Folgen bei Verwendung der Pflanzen wird weder Verantwortung noch Haftung übernommen.

Die Broschüre ist für eine Schutzgebühr von 3 Euro bei der Tourist-Information der Badenweiler Thermen und Touristik GmbH erhältlich. Zwei kurze Auszüge aus dieser Broschüre geben Ihnen einen kurzen Eindruck über deren Inhalt:

Fenchel - Foeniculum vulgare

Täglich nüchtern einige Fenchelkörner essen bei Mundgeruch, Blähungen, Verstopfung, Sodbrennen, Übersäuerung und bei Körpergeruch. Zur Verbesserung des Stoffwechsels, des Kreislaufs, der Durchblutung und Verdauung, bei häufigen Schweißausbrüchen oder während der Rekonvaleszens trinkt man kurmäßig ein Pulvergemisch aus Fenchelsamen, Galgantwurzel, Diptamwurzel und Habichtskrautpulver in warmem Wein. Äußerlich: Gegen depressive Verstimmung; mit frischem, zerriebenem Fenchelkraut oder Fenchelöl werden Schläfen, Brust und Magenbereich mehrmals täglich einige Wochen lang eingerieben.

Edelkastanie - Castanea sativa

(Baum der Weisheit - discretio)
Die rohen Kastanien oder das Kastanienmehl helfen unterstützend bei Herzleiden; die gekochten oder gebackenen Maroni stärken das Gehirn. Die Abkochung von Früchten, Blättern, Holz und Schalen ergeben ein Bad oder einen Saunaaufguss gegen Rheuma. Edelkastanienholz in der Hand gerieben ist gut für die Gefäße und Venen und stärkt den Kreislauf.

frei zugänglich / immer geöffnet

Karte

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