Inhalatorium

Künstlerisch bedeutender polygonaler Bau des Neobarock mit aufwändiger Kartusche am Portal und weiteren, den Bau gliedernden Schmuckelementen.

Das nach den Plänen des Baurats Freiherr von Stengel in den Jahren 1912/13 erbaute neobarocke Gebäude gilt kultur- und medizingeschichtlich als eines der bedeutendsten Bauwerke Badenweilers. 1913 als ,,Radium-Emanatorium" in Betrieb genommen, fanden unter dem Dach des oktogonalen Baus balneologische Anwendungen statt: Die Inhalation radonhaltiger Luft. Ein wahrer Mythos rankte sich um die verborgenen Heilkräfte dieses "wunderbarsten alle Stoffe der Erde", von dem man sich die Stimulation von Zellen und Organen erhoffte.

Das Prinzip der ,,Radium-Emanation": Unter hohem Druck wurde das Thermalwasser in der Luft zerstäubt, wodurch Radium freigesetzt wurde, bei dessen Zerfall radioaktives Radon entstand. Erst später wurde man sich der gesundheitsschädlichen Wirkung des Gases bewusst.

Nachdem medizinische Fachkreise immer deutlicher auf eine zellschädigende Wirkung hingewiesen hatten, begann man von der Radon-Einatmungsbehandlung Abstand zu nehmen. Mit einer alten Heilmethode wurde dem Kurbetrieb in den Räumen des ehemaligen Radium-Emanatoriums neues Leben eingehaucht. 1921 öffnete sich erstmals das Tor des Inhalatoriums. Das Gebäude beherbergte fortan eine neue Therapieform: das Inhalieren von fein zerstäubten Thermalwasser zur Behandlung von Atemwegserkrankungen.

Die Zeit des Wirtschaftswunders trieb bauliche Veränderungen um das Inhalatorium voran: Dort, wo einst die Brüstungsmauer stand, öffneten im Sockelgeschoss ab 1953 Ladengeschäfte ihre Türen. Die ehemals staatliche Bäderbetriebsgesellschaft mbH betrieb das Inhalatorium, bevor es 1999 stillgelegt wurde.

Unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung und engagierter Mitwirkung des ,,Bürgerforums Badenweiler e.V." wird das Inhalatorium in Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert, umgestaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zuge der Neugestaltung der Außenanlagen wird neben dem Außenaufgang eine Wassertreppe angelegt, die als Sinnbild für die Römerquelle steht. Im Gebäudeinneren symbolisiert eine Quellschale aus Bronze den hohen Stellenwert des Thermalwassers für Badenweiler.

Das Gemeinschaftsprojekt wurde durch das Land Baden-Württemberg, die Gemeinde Badenweiler und die großzügige Spende des privaten Sponsors Herrn Irmfried Brendel finanziert.

freier Eintritt
Montag 10:00 - 17:00 Uhr
Dienstag 10:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch 10:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag 10:00 - 17:00 Uhr
Freitag 10:00 - 17:00 Uhr
Samstag 10:00 - 17:00 Uhr
Sonntag 10:00 - 17:00 Uhr

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