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Mittwoch, 06. April 2011

Querbeet aus den Schubladen geholt

Peter-Gaymann-Ausstellung in Badenweiler ist eröffnet.

Das Lieblingstier von Peter Gaymann ist – nein, nicht das Huhn, sondern der Storch. Aber die Hühner haben sich als Markenzeichen des Zeichners und Cartoonisten auf breiter Front durchgesetzt. Und da sind auch die Themen Wein und Italien sowie die Paar-Geschichten, die das Publikum immer wieder entzücken. Was Peter Gaymann künstlerisch noch alles auf Lager hat, zeigt eine Ausstellung im Großherzoglichen Palais in Badenweiler, die am Samstag unter großem Publikumsandrang eröffnet wurde.

 

Kurator Wolfgang Baaske vom Kunstpalais-Verein, mit Gaymann befreundet und profunder Kenner seines umfangreichen Oeuvres, freute sich, mit "Querbeet" eine Ausstellung präsentieren zu können, in der ein selten gezeigter Querschnitt durch die Vielfalt von Gaymanns Schaffen zu sehen ist. So entdeckt man beim Flanieren durch die sieben Ausstellungsräume neben den bekannten Motiven auch Objekte und kleine Installationen, auf papierene Tortenspitzen gezeichnete, zum Teil mit Rotwein kolorierte Skizzen, Entwürfe zu späteren Serien und Collagen, auf denen lustige Frauenzimmer Mode aus Seidenpapier vorführen. Und in einer Ecke stehen natürlich zwei der legendären Blauen Hühner, die vor elf Jahren den Kurort bevölkerten und ihn zum Mekka der Gaymann-Freunde werden ließen. Als ältestes und gleichzeitig hochaktuelles Blatt ist eine 30 Jahre alte Zeichnung zu sehen mit einem Baby, das einen "Atomkraft nein danke"-Aufkleber trägt.

 

Mehr als 60 Bücher gebe es schon von Gaymann, die Auflage seiner Postkarten gehe in die Hundertausende, erklärte Baaske und erinnerte daran, dass der Zeichner den Menschen in der Region auch durch seine Cartoons in der Badischen Zeitung ans Herz gewachsen sei.

 

Obwohl Gaymann, Jahrgang 1950, geboren in Freiburg, heute in Köln lebt, komme er doch immer wieder gerne ins Markgräflerland, berichtete er und ließ das Publikum teilhaben an seinen heimatlichen Empfindungen, wenn er sich von Norden her dem Markgräflerland nähere: "Und das Wetter wurde immer schöner." Seine Ausstellungen seien meistens themenbezogen und nicht "querbeet", erklärte er. Jetzt habe er seine Schubladen aufgemacht und mappenweise Blätter gefunden, von denen nun eine Auswahl zu sehen ist. So kommt es, dass in Badenweiler einige Werke erstmals öffentlich gezeigt werden, weshalb es auch für Gaymann-Kenner viel Neues zu entdecken gibt. Für die Gäste der Vernissage gab es neben dem Flanieren mit Wein und zu Gitarrenklängen von Thomas Bergmann noch ein Extra-Bonbon: Gaymann signierte seine Bücher vom üppig bestückten Büchertisch individuell mit köstlichen Zeichnungen. So konnte man ihm bei der Arbeit über die Schulter schauen.

 

Die Ausstellung mit Werken von Peter Gaymann im Großherzoglichen Palais in Badenweiler ist bis 15. Mai mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen; der Eintritt ist frei.

 

Quelle Badische Zeitung. Autor: Dorothee Philipp

 
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