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Dienstag, 04. Januar 2011

In Badenweiler geht die Post ab

Premiere: Die Silvesterparty im Kurhaus war mit fast 3000 Gästen ein voller Erfolg für die Pächter Tobias Hurst und Simon Geiger.

In Badenweiler steppt der Bär? Kaum zu glauben. Normalerweise steht das Heilbad für gehobene Badekultur, antike Römerstätten und Kunstgeschichte in mediterranem Ambiente. Das reißt die Jugend nicht unbedingt vom Hocker. Doch an Silvester war alles anders: Im Kurhaus war Party angesagt mit fast 3000 Gästen.
Tobias Hurst und Simon Geiger, die Inhaber des Circo loco in Müllheim, sind seit Anfang Dezember die neuen Pächter des Restaurants im Kurhaus Badenweiler. Die Silvesterparty war ihr Einstieg für mehr Pep und Schwung: Badenweiler hat gerockt mit Gästen im Alter von 18 bis 70 Jahren. Auf zwei Etagen im Kurhaus, im Café Wiesengeschoss und im Restaurant ging die Post ab. Fünf DJs sorgten für ausgelassene Stimmung und Tanzvergnügen. Der Erfolg kam aber nicht von ungefähr. Hurst und Geiger haben zwei Monate lang mit Plakaten, Flyern und im Internet geworben. Daraufhin hätten sich Leute aus ganz Deutschland, aus Frankreich, der Schweiz und sogar aus Belgien angemeldet, sagt Hurst.

 

Der Gemeinderat Badenweiler stand dem Vorhaben von Anfang an positiv gegenüber und genehmigte einstimmig die Verkürzung der Sperrzeit auf fünf Uhr morgens am Neujahrstag, Zwei große Busse wurden von den Veranstaltern eingesetzt, die laufend zwischen dem Bahnhof Müllheim und Badenweiler pendelten. Nicht gespart wurde auch an der Sicherheit. Im Einsatz waren 14 Security-Leute. Verpächter der Landesimmobilie Kurhaus ist die Badenweiler Thermen und Touristik GmbH. Geschäftsführerin Kornelia Harff-Asch hat die Party mitgefeiert und schwärmt: "Es war grandios." Die wichtigste Botschaft sei für sie gewesen, dass die Riesenparty in einer sehr friedlichen Stimmung gefeiert worden sei. Dafür wolle sie auch ganz persönlich allen Gästen danken. Generell begeistert hätten sie die Jugendlichen, denen oft mit Vorurteilen begegnet würde, meinte die BTT-Geschäftsführerin. Im Vorfeld sei man schon etwas angespannt gewesen, da eine Veranstaltung in dieser Größenordnung ein Novum im Kurhaus gewesen sei. Das habe jedoch dank der gut abgestimmten, hervorragenden Organisation bestens geklappt, lobt Harff-Asch.

 

Auch die Eventchefin der BTT, Angelika Lesniak, die als "Mutter der Kurhausveranstaltungen" gilt, ist voll des Lobes und betont: "Die neuen Pächter haben einen großartigen Job gemacht." Tobias Hurst und Simon Geiger hätten am Morgen danach selbst beim Aufräumen geholfen, und es habe trotz der enorm vielen Gäste keinerlei Beschädigungen im Kurhaus gegeben, sagen Lesniak und Kurhaus-Hausmeister Werner Ströbele.

 

Die Silvesterparty soll angesichts der gelungenen Premiere künftig jedes Jahr gefeiert werden, erklären die Organisatoren. Geiger und Hurst wollen aber auch das Jahr hindurch Anreize zum Abrocken geben, sowohl für Jugendliche als auch für Junggebliebene. "Das haben wir fest vor", sagt Tobias Hurst.

Quelle: Badische Zeitung, Sigrid Umiger

 
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