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Montag, 05. Juli 2010

Gesund und fit in Badenweiler

Viele Besucher nutzten das Rahmenprogramm, wenige die Vorträge, es war zu heiß.

Die Gesundheitstage in Badenweiler litten unter dem Hitzeschock. Am Samstag – bei fast 38 Grad Celsius – waren die Besucherzahlen ziemlich bescheiden. Die leichte nächtliche Abkühlung bescherte dem Heilbad am Sonntag ein deutlich größeres Interesse. Die Organisatoren ließen sich aber nicht entmutigen, sie planen eine Neuauflage im Herbst. Sehr gut frequentiert waren die Infostände, während das Interesse an den medizinischen Fachvorträgen eher gering war.
Ungeachtet der Hitze stellte ein Bürgermeister am Samstag seine eigene Fitness unter Beweis: Jürgen Ehret aus Heitersheim war mit dem Fahrrad nach Badenweiler gestrampelt. Dort angekommen, meinte er: "Es ist noch heißer als gedacht." Im Kurhaus besichtigten Landrätin Dorothea Störr-Ritter und Müllheims Bürgermeister René Lohs die Gesundheitsstände. Doch die Besucher der Region kamen am Samstag nur zögerlich.

 

Vier Expertenrunden mit Chefärzten der Region wurden an beiden Tagen geboten, abwechselnd moderiert von Professor Dieter Waldmann und der SPD-Politikerin Marion Caspers-Merk – jeweils vor etwa zwanzig Zuhörern. Bei den 22 Fachreferaten sah es ähnlich aus. Im Schnitt kamen 15 Gäste, sagten die Referenten Dr. Peter Düll und Dr. Charly Kellner. Anders sah es in der Cassiopeia-Therme aus. Deren Leiterin Heike Kleber verzeichnete "wesentlich mehr" Badegäste als an anderen Wochenenden. Die nutzten die Inklusiv-Angebote wie Pilates- und Aqua-Training. Zufrieden mit den Besucherzahlen waren auch die Mitarbeiter an den Infoständen. Berthold Hoffmann, stellvertretender Verwaltungsleiter der Römerbergklinik, berichtete von einem guten Zulauf, vor allem beim Blutdruckmessgerät. Am Stand des Sanatoriums Saller gab es laut Peter Düll Gedränge auf dem "Galileo", einem Vibrationsgerät zur Lockerung und zum Aufbau von Muskeln. Und bei Bernhard Weber, Kundencenterleiter der Gesundheitskasse AOK, standen die Gäste Schlange, um sich Fußanalysen erstellen zu lassen. Das begeisterte auch Angelika und Arno Wernet aus Neuenburg. "Wegen solcher Angebote sind wir gekommen", sagte das Ehepaar. Die medizinischen Fachvorträge seien sicher hoch interessant, aber "bitte nicht bei dieser Hitze," so Angelika Wernet.

 

Das Wetter machte allen zu schaffen. Selbst am Sonntag, als es um etwa zehn Grad Celsius kühler war als am Samstag, waren die Temperaturen schwer zu ertragen, wohl auch wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Ein Rezept gegen Hitze bot Marija Maretic in ihrem Zelt vor der Römischen Badruine. Das sprach sich schnell rum, so dass die Kosmetikerin und zwei Mitarbeiterinnen alle Hände voll zu tun hatten. Viele Besucher ließen sich kostenlos massieren und erfrischen und holten sich Tipps von Marija Maretic. Ihr Anti-Hitze-Konzept lautet: Gesicht, Hals, Nacken, Arme und Waden mit Eiswürfeln kühlen, an der Luft trocknen lassen und viel Wasser trinken. Ein Gläschen Sekt schade nicht, ansonsten sollte Alkohol nur äußerlich – zum Einreiben – verwendet werden. "Und was mache ich während der Arbeit?", fragte eine Frau. Im Büro und daheim die Füße in kaltes Wasser stellen, so Marija Maretic.

 

Gut erfrischt und durchblutet, kamen die Besucher auf Trab. Als der bekannte Sternekoch Christian Begyn und Gesundheitsberater Alexander Maus vor dem Kurhaus ihre Pfannen schwenkten und demonstrierten, wie schmackhaft gesundes Essen sein kann, drängten sich die Gäste – an beiden Tagen – um etwas zu lernen und natürlich auch wegen der Kostproben. Leckerbissen kredenzten auch das Kurhausrestaurant sowie die Hotels Kellner’s Spa und Eckerlin. Auch dem herausragenden Konzert des Kurensembles "Prima la Musica" lauschten zahlreiche Zuhörer in der Konzertmuschel. Viel Spaß hatten die Kinder. Sie durften auf dem "Kids-Parcour" des Turn- und Sportvereins (TuS) spielend ihre Kräfte messen – beim Trocken-Skifahren, Klettern, bei Geschicklichkeitstraining wie Hüpfen und Balancieren.

 

Für Stimmung bei Jung und Alt sorgte nachmittags die deutsche Nationalelf. Über 80 Fans nutzten das Public Viewing im Kurpark und waren nach dem 4 : 0-Sieg über Argentinien außer Rand und Band. Die gute Stimmung hielt an und lockte zahlreiche Besucher ins Kurhaus zum medizinischen Kabarett mit Peter Vollmer unter dem Motto: "Lachen bis der Doktor kommt".

 

Am Sonntag eröffnete der Nordische Kombinierer und Olympiasieger Georg Hettich den ersten Nordic-Walking-Park, der Badenweiler mit Müllheim verbindet. Bürgeremeister Lohs und TuS-Vorsitzender Hans-Dieter Paul dankten den Initiatoren und Organisatoren wie der BTT Badenweiler und der Touristinfo Müllheim. Dann drehten 50 Walker mit ihren Stöcken eine Runde durch den Kurpark. Unterwegs wurden sie leicht geduscht, aber der Regenschauer war zu kurz, um wirklich abzukühlen.

 

Quelle: Badische Zeitung

 
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