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Freitag, 01. April 2011

Der Kunstpalais-Verein in Badenweiler hat Erfolg mit einem ambitionierten Programm.

Im Nachhinein scheint es ein Segen für Badenweiler zu sein, dass das Großherzogliche Palais damals, als es vom Land zum Kauf angeboten wurde, keinen Käufer fand. Jetzt hat es sich zu einem Kunst- und Kulturzentrum mit einem Niveau entwickelt, das den exklusiven Ansprüchen des kleinen, aber feinen Kurortes und Staatsbades gerecht wird.

Dafür sorgt der Verein "KunstPalais Badenweiler", der das prunkvolle, 1889 im Neo-Renaissance-Stil umgebaute Schlösschen seit sechs Jahren "bespielt".

 

Der Verein unterscheidet sich von anderen Vereinen dadurch, dass er ein siebenköpfiges gleichberechtigtes Vorstandsteam hat, dem ein sechsköpfiger Beirat in fachlichen Dingen beratend zur Seite steht. Außerdem kümmern sich drei verschiedene Arbeitsgruppen mit insgesamt 25 bis 30 Aktiven um die einzelnen Sparten Bühne, Galerie und Atelier. Konzerte verschiedenster Stilrichtungen von Klassik über Weltmusik bis Jazz und Blues, Lesungen, Bühnenspiel, Tanz und Kabarett – die Palette der Veranstaltungen ist breit aufgestellt.

 

Mit den Sonntagsmatineen, die das ganze Jahr über stattfinden, habe man eine echte Lücke geschlossen, freut sich Vorstandsmitglied Ulrich Schroeter. 40 bis 45 Gäste kommen im Schnitt sonntags um 11.15 Uhr ins "Café Artig". Neben den Sonntagsmatineen werden oft aber auch samstags oder freitags Abendveranstaltungen angeboten. "Wir bieten eine kontinuierliche Leistung das ganze Jahr über", betont Schroeter, und seine Vorstandskollegin Iris Teulière ergänzt, der Verein habe etwas nach Badenweiler gebracht, was definitiv dorthin gehöre.

 

Zunächst hatte der Verein in Müllheim ein Domizil für Kulturaktivitäten gesucht und sich nach diversen Schwierigkeiten dann um das Palais in Badenweiler beworben. Mit der Gemeinde und der BTT arbeite man hervorragend zusammen, lobt Teulière, beide Institutionen nähmen den Verein als positive Größe im Kulturleben Badenweilers wahr. Dass das künstlerische Niveau der Veranstaltungen auch überregional Beachtung findet, zeigt auch die seit vier Monaten bestehende Reihe "Abendstudium Kunstgeschichte" mit dem Kunsthistoriker Christof Diedrichs von der Victor-Klemperer-Akademie. Etwa 20 bis 30 Interessierte, zum Teil aus dem Raum Freiburg und Emmendingen, kommen zu diesen Abenden, die sich auf dem Vorlesungsniveau einer Universität bewegen, freut sich Schroeter.

 

Ein wichtiges Standbein der Vereinsarbeit sind neben den wechselnden Veranstaltungen und dem täglich von 11 bis 22 geöffneten "Café Artig" die jeweils etwa sechs bis sieben Wochen dauernden Ausstellungen in der Beletage. Zurzeit werden hier hyperrealistische Fotoarbeiten von Götz Wintterlin präsentiert. Jede Ausstellung wird von einem Künstlergespräch flankiert, im aktuellen Fall findet es am Freitag, 25. März, um 17 Uhr statt.

 

Für seine künftige Arbeit wolle sich der Verein auch mit anderen kulturschaffenden Einrichtungen in der Region vernetzen, betont Ulrich Schroeter. Kontakte bestehen schon ins Freiburger E-Werk, zum Lörracher Nellie Nashorn und auch zum Kunstverein Bad Säckingen. "Wir haben hier in der Regio so viele interessante Menschen", meint Schroeter. Gemeinsam Ideen entwickeln, sich gegenseitig Anregungen und Impulse geben, das mache einen lebendigen Kulturbetrieb aus.

 

Vorstand: Iris Teulière, Ulrich Schroeter, Matthias Wagner, Judith Hermann, Dina Martinez-Immen, Ilse Seibel und Wolfgang Baaske
Öffnungszeiten: Café täglich 11 bis 22 Uhr, Galerie Mittwoch bis Samstag 14 bis 18 Uhr und Sonntag 10 bis 18 Uhr (Eintritt frei)
Mehr Informationen unter http://www.kunstpalais-badenweiler.de

 

Qelle: Badische-Zeitung, Dorothee Philip

 
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