Das Kurhaus Badenweiler steht trotz der Sanierungsarbeiten offen für Veranstaltungen.
Die Sanierung des Kurhauses Badenweiler läuft wie geplant im Zeit- und Kostenrahmen. Trotz der Arbeiten ist das Haus aber offen und nutzbar für Veranstaltungen, betont Bürgermeister Karl-Eugen Engler. Die Burgterrasse, die oberste der drei Terrassendecks, ist bis auf die geplante Bepflanzung fertig. Auf dem darunterliegenden Musengeschoss läuft die Sanierung seit Mitte Oktober. Die Gesamtarbeiten für den ersten Bauabschnitt sollen Ende 2012 fertig sein.
Optisch sei die Sanierung der Burgterrasse kaum erkennbar, sagt Architekt Peter Kirch, seit 1986 Abteilungsleiter Hochbau für den Bezirk Süd im Landesamt Vermögen und Bau in Freiburg. Der Eigner und Bauherr der Immobilie, das Land Baden-Württemberg, wolle die Ansicht des Gebäudes nicht ändern, da das Kurhaus – gebaut 1972 unter Regie seines Vorgängers Professor Klaus Humpert – im Gesamtkonzept schlüssig sei. Die bewährte Optik bleibe erhalten, nur die Technik – im zweiten Bauabschnitt auch das Nutzungskonzept – müsse korrigiert werden, so Peter Kirch.
Die drei Terrassen mit einer Flachdachfläche von insgesamt 5000 Quadratmeter, werden von oben nach unten – nach der Burgterrasse das Musen-, später das Promenadengeschoss – saniert, erklärt Frank Tegeler, Mitarbeiter von Kirch und Kurhaus-Projektleiter. Aufwendig ist der Unterbau, da die Terrassen Innenräume überdachen. Die Flachdächer werden entwässert und mit Dampfsperren und Dämmung abgedichtet, bevor die alten, sanierten Betonplatten wieder aufgelegt werden. Zum ersten Bauabschnitt, der im März 2011 begonnen hat und Ende 2012 fertig sein soll, gehöre außerdem, dass die Fassade erneuert wird und sämtliche Fenster und Glasfronten – wie das Eingangsportal im Foyer – ersetzt werden durch energiesparend-wärmegedämmtes Glas, informiert Frank Tegeler.
Für den ersten Bauabschnitt investiert das Land fünf Millionen Euro. Der zweite Abschnitt, der im Kurhaus ein Raumkonzept von flexibler Mehrfachnutzung zugrundelegt, soll weitere 2,5 Millionen Euro kosten. Auch diese Planung sei fertig, betont Peter Kirch, und liege dem Stuttgarter Finanzministerium zwecks Genehmigung vor. Eingestellt werden könnten die Mittel aber erst im Doppelhaushalt 2013/2014 des Landes. Nach Abschluss beider Bauabschnitte, die möglichst zeitnah realisiert werden sollten, sollen die jährlichen Energie- und Heizkosten um ein Drittel niedriger als bisher ausfallen, sagt Peter Kirch. Das kommt dann vor allem der Badenweiler-Thermen-Touristik (BTT), der Pächterin des Kurhauses, zugute.
Seit vielen Jahren sei das Kurhaus ab Mitte Januar – wenn wenig Touristen in Badenweiler sind – drei Monate lang geschlossen, um Energiekosten zu sparen, sagt BTT-Geschäftsführerin Kornelia Harff-Asch. Dies werde während der Bauzeit beibehalten, könnte aber nach dem Ende der Sanierung neu überdacht werden. Außerhalb dieser Zeit bleibe das Kurhaus aber für alle Veranstaltungen nutzbar, dank der guten Kooperation mit den verantwortlichen Bauleitern, lobt Harff-Asch: "Wir haben gemeinsam eine kurortverträgliche Lösung gefunden." Sie sei davon überzeugt, dass das Kurhaus mit seinem flexiblen Nutzungskonzept eine neue Ortsmitte für das Heilbad werde, versicherte die BTT-Geschäftsführerin.
Aus Verkehrssicherheitsgründen hat das Land vor kurzem rund 70 000 Euro in die Burg Baden in Badenweiler investiert, sagt Frank Tegeler. Aus einer Mauer der Burgruine, die drei Meter dick ist, sei jüngst eine kreisrunde Lücke mit einem Durchmesser von drei Metern ausgebrochen – nicht durch die ganze Wand, sondern in 1,50 Metern Mauertiefe. Aus Stabilitätsgründen wurden die alten Bruchsteine neu eingesetzt, jedoch vorab mit schmalen Edelstahlstiften vernadelt und mit Vergussmörtel verfestigt.
Quelle: Badische Zeitung




