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Donnerstag, 21. Oktober 2010

"Bäder und Bücher"

"BADEN-WÜRTTEMBERG LIEST" in Badenweiler: ein Literaturfestival aus Anlass der Heimattage.

Das Literaturkarussell für Geist, Gemüt und zum Genießen drehte sich am Wochenende in Badenweiler bei der Heimattage-Veranstaltung "Baden-Württemberg liest". Schirmherr Rüdiger Safranski, Philosoph und Schriftsteller, eröffnete das Literaturfestival mit Bürgermeister Karl-Eugen Engler am Freitag im Kurhaus.
Badenweiler sei Heimat ohne Enge. Hier werde man angeweht vom Geist der Traditionen. Bedeutende Künstler und Denker wie Anton Tschechow, Annette Kolb, Hermann Hesse und René Schickele hätten dies bemerkt und aus der welthaltigen Idylle des Heilbades geistige Kraft und Inspiration gezogen, sagte Rüdiger Safranski, der seit zwei Jahren in Badenweiler lebt. Lesen sei eine primäre Kulturtechnik, nicht nur für die Integration, sondern für alle Menschen im anspruchsvolleren Sinne und gerade im Zeitalter des Fernsehens, so Safranski.

 

Der Leser erzeuge aus den Buchstaben und mittels seiner Fantasie Bilder. "Ohne Bücher wäre die Welt um vieles ärmer", sagte der Professor. Gottlob sei Deutschland das Land mit den meisten Buchhandlungen. Dies gelte es zu verteidigen und weiter zu entwickeln. Das Buch sei unverwüstlich wie das Rad, der Hammer oder der Löffel. Man brauche sich um das Buch keine Sorgen zu machen. Es nehme gerade in der medialen Zeit einen besonderen Platz ein. Sein Traum sei, dass sich Badenweiler die Buchstadt Hay-On-Wye in Wales/England – ein "Mekka" mit vierzig Buchhandlungen – zum Vorbild nehme und ein neues Logo entwickle, nämlich: "Bäder und Bücher", so Safranski.

 

Bürgermeister Karl-Eugen Engler begrüßte prominente Gäste aus Russland und Nordamerika sowie den Direktor und die Schauspieler des Tschechow-Theaters aus Taganrog, der Kulturpartnerstadt von Badenweiler. Das Ensemble sei 3000 Kilometer angereist, um zum 150. Geburtstag von Anton Tschechow dessen Komödie "Der Waldschrat" aufzuführen. Dies habe die russische Föderation finanziell und ideell unterstützt, betonte der Bürgermeister. Bevor der Vorhang zum ersten Akt fiel, überbrachte Elena Scheljuchina, Leiterin des Kulturdezernates Taganrog, Grüße aus ihrer südrussischen Heimat. Sie dankte Bürgermeister Engler und Heinz Setzer, dem Projektleiter von "Baden-Württemberg liest". Das Theaterstück begeisterte in Russisch – mit deutschen Untertiteln.

Quelle:Badische Zeitung, Sigrid Umiger

 
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