Badenweiler mit Landesdelegation in Russland
Mit der Delegation "Baden-Württemberg-Tage" in Moskau war BTT-Geschäftsführerin Kornelia Harff-Asch aus Badenweiler, um wichtige Kontakte zu knüpfen.
Baden-Württemberg ist ein Export starkes Bundesland. Damit das so bleibt, hat Ministerpräsident Günther Oettinger den Fokus der Auslandsaktivitäten in diesem Jahr auf Russland gesetzt. Er reiste mit einer Delegation von 250 Vertretern – darunter nur knapp zehn Prozent Frauen – nach Moskau. Dabei war auch die Geschäftsführerin der Badenweiler-Thermen-Touristik (BTT), Kornelia Harff-Asch. Sie vertrat das Heilbad und die Region nicht nur im Bereich Tourismus, sondern auch weil Badenweiler bei den deutsch-russischen Beziehungen seit über 100 Jahren eine prädestinierte Rolle spielt, da der russische Weltliterat Anton Tschechow eng mit Badenweiler verknüpft ist.
Im Vordergrund der dreitägigen Reise "Baden-Württemberg-Tage in Moskau" Ende Mai standen wirtschaftliche Beziehungen. Baden-Württemberg hat gemessen an seiner Einwohnerzahl das größte Exportvolumen aller Bundesländer mit Russland. 800 Unternehmen sind mit Vertretungen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften am Außenhandel mit der Russischen Föderation beteiligt. 2008 wurden aus Baden-Württemberg Waren im Wert von 4,5 Milliarden Euro nach Russland geliefert.
"Wir sind und bleiben in Moskau sichtbar", betonte der Ministerpräsident beim Empfang des Moskauer Oberbürgermeisters Juri M. Luschkov. Dabei waren vor allem Vertreter aus der Industrie, Wissenschaft und Forschung, aber auch aus dem Tourismusbereich. Letzteres hat Landeswirtschaftsminister Erwin Pfister initiiert. Er informierte, dass in der baden-württembergischen Tourismusbranche genau so viele Leute beschäftigt sind wie im Maschinenbau.
Bei allen Delegierten ging es darum bestehende Netzwerke aus- und neue aufzubauen, erklärt Kornelia Harff-Asch. Im dicht gedrängten Terminplan stand auch ein Tourismus-Workshop mit über 50 russischen Reiseveranstaltern. Ins Gespräch kam die BTT-Geschäftsführerin dabei auch mit Irina Keyko, Leiterin der deutschen Tourismuszentrale in Moskau. Baden-Württemberg hat sich in Moskau als Tourismus- und Genießerland präsentiert, aber auch als Land der Dichter und Denker. Namens des Tschechow-Salons Badenweiler konnte Harff-Asch auch hier mitreden.
Ihr ging es darum, das Engagement von Heinz Setzer, dem Leiter des Tschechow-Salons Badenweiler, zu verstärken. Es geht dabei um die derzeit laufende Gründung der deutsch-russischen Tschechow-Gesellschaft. Die Satzung steht. Die Gründung soll Ende Juli vollzogen werden, so Harff-Asch. Das Projekt gehört dann zu den Ergebnissen, die dem Ministerpräsidenten Oettinger sechs Monate nach der Moskau-Reise von den Delegierten präsentiert werden sollen.
Kornelia Harff-Asch betont, dass diese Tage in Moskau sehr wichtig waren. Es habe sich nämlich bestätigt, dass man Netzwerke nur dann richtig aufbauen kann, wenn man die Leute persönlich kennengelernt hat. "Das war für Badenweiler wichtig, aber auch für den Tourismus in der Region Markgräflerland", betont die BTT-Chefin. Selbstverständlich hatte sie in Moskau auch Prospekte in russischer Sprache dabei. Die gibt es in Badenweiler schon seit einiger Zeit. Es spielt ja überhaupt keine Rolle, ob die Gäste im Heilbad auf Tschechows Spuren wandeln wollen oder nur wegen der schönen Landschaft und des Gutedels anreisen: Hauptsache sie kommen.



