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Dienstag, 20. Oktober 2009

Sonntag, 8. November - 17.00 Uhr/ Kurhaus Badenweiler

Ein innovatives Kooperationsmodell von kommunaler Gedenkkultur und universitärer Forschung.

Am Sonntag, dem 8. November 2009, 17 Uhr, wird zum zweiten Mal der Stephen Crane-Forschungspreis gemeinsam vom Englischen Seminar der Universität Freiburg und der Gemeinde Badenweiler im Kurhaus Badenweilers verliehen werden.

 

Stephen Crane (1871-1900) sowie der bekanntere Anton Tschechow (1860-1904) sind an erster Stelle die beiden Schriftsteller, welche Badenweiler mit der Grundlegung der literarischen Moderne verbinden.

Beide Schriftsteller kamen als Tuberkulose-Patienten im letzten Stadium in das für seine medizinischen Erfolge renommierte Kurbad, doch für eine Heilung war es für beide zu spät. Während Tschechows Werk nach seinem Tode die internationale Literatur und Theaterkunst bis heute herausfordern und prägen konnte, geriet der Name Crane bald in Vergessenheit, erst nach dem Zweiten Weltkrieg erkannte man in USA dessen epochale nationale Bedeutung.
Als Schriftsteller, Dichter und Journalist wurde Crane der Namensgeber dieses Forschungspreises, der vor zwei Jahren zum ersten Mal für eine herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeit im Bereich nordamerikanischer Literatur- und Kulturwissenschaften vergeben wurde.
Mit dem „Crane Award“ ist nicht nur eine Stärkung des Forschungsinteresses an den bilateralen Kulturverbindungen zwischen USA und Deutschland intendiert, sondern auch die Steigerung der Aufmerksamkeit der heutigen Öffentlichkeit für die allgemeinen Themen der amerikanischen Kultur und Literatur. Insofern bedeutet es eine organische Entwicklung, dass auch das „Carl-Schurz-Haus“ in Freiburg die Preisvergabe mit unterstützt. Der Preis besteht aus einem Geldpreis der Universität und einem Badenweiler-Aufenthalt für zwei Personen, besitzt aber vor allem ideellen Charakter.
Eine Fachjury, bestehend aus Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, der dieses außergewöhnliche Kooperationsmodell initiiert hat, Prof. Dr. John Adams, beide von der Abteilung für Nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften des Englischen Seminars der Universität sowie PD Dr. Christine Gerhardt, Direktorin des Carl-Schurz-Hauses in Freiburg, und Heinz Setzer, Leiter des Literarischen Museums „Tschechow-Salon“ wie des Internationalen Literaturforums in Badenweiler, hat nun den Studierenden Marek Gryglewicz als den zweiten Preisträger bestimmt. Ausgewählt wurde er für seine Bachelor-Abschlussarbeit „The Stephen Crane Archive in Badenweiler“ aus über 40 Abschlussarbeiten, welche in den letzten zweieinhalb Jahren in der amerikanischen Abteilung der Universität eingereicht wurden.
Gryglewicz hatte bereits 2007 im Rahmen eines Hauptseminars den umfangreichen Bestand des Crane-Archivs Badenweilers aus dem Zeitraum 1900-2000 eruiert, digitalisiert und als Datenbank der Forschung zugänglich gemacht. Aus diesem umfassenden Ansatz heraus entwickelte er nun eine literaturwissenschaftliche und –historische Beschreibung und Bewertung der Crane-Rezeptionsgeschichte Badenweilers. Die Erfassung, Aneignung und Integration von Person, Werk und Wirkung Cranes bedeutet nicht nur einen Beitrag zur grenzüberschreitenden Kulturgeschichte Badenweilers, sondern vermittelt darüber hinaus Einblicke in die Möglichkeiten und Wirkungsmechanismen der Rezeption ausländischer Literatur in Deutschland. Bei der öffentlichen Preisverleihung am 8.11. wird der Preisträger mit einem Vortrag seine Erkenntnisse vorstellen.
Unter folgender Internetadresse, welche von Studierenden der Universität 2007/08 entwickelt wurde, sind viele Informationen zu Crane in Badenweiler sowie auch ein Link zur Datenbank des Archivs zu finden:

http://belauscht.de/stephencrane/index.php?page=home

 
 
 
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