Moskauer Obraszow-Theater „der Puppen“ zu Gast in Badenweiler
Exklusives Gastspiel des Moskauer Staatlichen Akademischen „Theaters der Puppen“.Ein poetisches Theatererlebnis mit außergewöhnlichen Dimensionen beim Deutsch-russischen Tschechow-Theaterfestival am 19. September 2010.
Der 150. Geburtstag des russischen Schriftstellers und Dramatikers Anton Tschechow macht’s möglich, dass mit dem „Staatlichen Akademischen Zentralen Obraszow-Theater der Puppen“ aus Moskau eines der originellsten Theater Russlands ein exklusives Gastspiel in Badenweiler gibt.
Am Samstag, dem 18. und Sonntag, dem 19. September 2010, jeweils um 20.15 Uhr, wird das Obraszow-Theater mit dem „Ungewöhnlichen Konzert“ in Badenweiler eines seiner berühmtesten Stücke auf die Bühne bringen, und das zudem in einer speziellen Jubiläumsinszenierung, dem „Ungewöhnlichen Konzert für Dr. Tschechow“.
Dieses Gastspiel, zu dem ein 25-köpfiges Ensemble anreist, bildet das dritte von vier Theaterevents innerhalb des „Deutsch-russischen Tschechow-Theaterfestivals“ in Badenweiler. Als Zeichen der grenzüberschreitenden Kooperation bei der Tschechow-Gedenkkultur Badenweilers und der neu gegründeten Deutschen Tschechow-Gesellschaft wird dieser Auslandsauftritt weitgehend vom Kulturministerium der Russischen Föderation getragen, von dem auch hohe Vertreter mit anreisen.
Das vor 79 Jahren in Moskau von Sergej W. Obraszow, einem Schüler Konstantin Stanislawskis, gegründete „Theater der Puppen“ gilt in der Russischen Föderation als das bedeutendste Theater dieses Genres, welches eine international anerkannte eigenständige Dramatik und Theaterästhetik entwickelt hat. Hinsichtlich seiner kulturellen Wertschätzung wird es in Moskau in eine Reihe mit dem „Bolschoj Theater“ und der Tretjakow-Galerie gestellt. Das „Theater der Puppen“ ist mit seinen zwei Bühnen, seinem Museum und der Welt größter Spezialbibliothek zur Puppenspielkunst zudem zu einem kulturellen Zentrum der russischen Hauptstadt geworden.
Die Grundversion des Stücks „Ein ungewöhnliches Konzert“ wurde schon in vielen Ländern aller Kontinente gezeigt und brachte dem Theater weltweite Anerkennung. In der speziellen Tschechow-Jubiläumsversion, in die auch der Tschechowsche humoristische Einakter „Die Hochzeit“ Eingang fand, treten nicht nur die Schauspieler des Obraszow-Theaters auf, sondern auch Akteure des von Stanislawski begründeten „Moskauer Künstlertheaters“, durch dessen Inszenierungen seiner Dramen Tschechow das moderne Theater mitbegründete.
Hauptfigur dieser Inszenierung ist der „Conferencier“, der alle Sprachen diese Erde spricht – in Badenweiler also Deutsch; - andere Sprechrollen werden in deutscher Übersetzung eingeblendet.
Dies deutet schon auf die dramaturgische Besonderheit des „Theaters der Puppen“, das nicht mit einem Kinder-Puppentheater zu verwechseln ist: hier agieren menschliche Schauspieler und Puppen gemeinsam auf der Bühne.
Schon Heinrich von Kleist erblickte 1810 im „Marionettenspiel“ einen Weg, die durch die Ratio verlorene Natürlichkeit des Menschen wieder zu erlangen. Dabei ist die Ästhetik des Figurentheaters seit jeher ein Spiel mit der eigenen Freiheit und Phantasie, um den Unterschied zwischen der unbelebten und belebten Welt zu verwischen und beim Zuschauer die Einheit der Welt illusionär wieder herzustellen. Das Moskauer Theater kommt mit seiner exzellenten Spielweise und einer aktuellen Thematik dieser Vision besonders nahe, Badenweiler darf sich auf zwei große Theaterabende freuen. (H.S.)
Deutsch-russisches Tschechow-Theaterfestival 2010 am Sonntag, 19. September, 20.15 Uhr, Kurhaus Badenweiler
Weitere Informationen in der Tourist-Information unter Tel. 07632 / 799 300







