Donnernder Applaus für die Weihnachtskonzerte des Markgräfler Symphonieorchesters mit Solistin Sarah Müller-Feser.
Galaereignisse waren die traditionellen Weihnachtskonzerte des Markgräfler Symphonieorchesters (MSO) unter der Leitung von Uwe Müller-Feser am Samstag und Sonntag im Kurhaus in Badenweiler. Die Konzerte waren so gut wie ausverkauft, das Kurhaus wunderschön weihnachtlich geschmückt.
Zur stimmungsvollen Einführung erklang die Ouvertüre zu Luigi Cherubinis Oper "L’Hôtellerie portugaise", ein bunter Reigen aufregender Klangfarben, vom Orchester mit Verve und Herzblut gespielt. Herzstück des Programms war das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Brahms. Von der Kritik des 19. Jahrhunderts als "ein Konzert gegen die Violine" bezeichnet, ist das Werk dennoch eines der bedeutendsten Violinkonzerte der Romantik. Die ungewöhnliche Einführung des Hauptthemas durch die Oboe und die außergewöhnlich lange, der Solistin einen Kraftakt abverlangende Solokadenz, sind die Markenzeichen des Allegro non troppo. Sarah Müller-Feser spielte technisch auf höchstem Niveau und interpretierte mit Kraft und Leidenschaft. Im zweiten, wieder von der Oboe thematisch angestimmten Satz, nahm die Solistin sich werksgetreu zurück, ohne auch nur für einen Augenblick ihre Präsenz zu verlieren. Das ungarische Thema im Allegro giocoso gab ihr dann mannigfach Gelegenheit, ihre virtuose Kunst in zupackender Art auszuleben. Herrlich, wie sie die vorwärts drängende Triolenvariante des Hauptmotivs zum betont kraftvollen Abschluss trieb. Das Orchester bildete dabei einen starken, souveränen Partner. Applaus verlangte nach einer Zugabe, welche Solistin und Orchester mit Elgars Miniatur "Salut d’ amour" gerne gewährten.
Man merkte es der Interpretation im ersten Satz rasch an, dass Beethovens 7. Sinfonie ein Stück mit heroischem Hintergrund ist: Forteschläge, triumphale Klänge, pulsierender Rhythmus – ein Kabinettsstückchen für das MSO, das bei diesen Agitationsklängen so richtig in Fahrt geriet. Diese wilde Rhythmik wurde im zweiten Satz durch ein Trauermarschthema gebändigt, doch konnte die düstere Modulation nicht den lebendigen Puls unterdrücken, den das Orchester wie einen mächtigen Herzschlag zu intonieren wusste.
Im Presto brach dann der ganze Übermut wieder hervor, ja, man hatte den Eindruck, die Musiker hätten nur darauf gelauert, die Bremsbeläge zu lockern und drauf loszulegen. Im Allegro con brio wurde dann noch eins drauf gegeben. Machtvoll, teilweise fast außer Rand und Band und doch mit hervorragender Orchesterdisziplin folgte das große Ensemble dem energievollen Dirigat Müller-Fesers bis zum überraschenden Schlussakkord, der den wirbelnden Tanz fast abrupt zum Stehen brachte.
Donnernder Applaus und zwei Zugaben: Die erste aus den Enigma-Variationen von Elgar, die zweite ein Choral aus Mendelssohns 2. Symphonie. Das MSO hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet.
Wie üblich bei dieser Veranstaltung von Pro Badenweiler, geht ein Teil des Erlöses aus den Eintrittskarten an die Aktion "Freude am Helfen" der Badischen Zeitung.
Quelle Badische Zeitung, Bianca Flier







