Der zeitgenössische Maler Gotthard Graubner wurde zum "Badenweiler Ehrengast 2010" ernannt.
Einer der bekanntesten deutschen Maler der Gegenwart, Gotthard Graubner, ist "Badenweiler Ehrengast 2010".
Bürgermeister Karl-Eugen Engler und Kornelia Harff-Asch, Geschäftsführerin der Badenweiler-Thermen-Touristik (BTT), verliehen dem Maler für seine besondere Verbundenheit zum Heilbad die Ehrengastwürde in einer Feierstunde am Samstag im Hotel Römerbad.
Gotthard Graubner ist die insgesamt achte Persönlichkeit in der Ehrengast-Chronik des Heilbades. Als erster sei 2002 der Komponist Wolfgang Rihm ausgezeichnet worden, 2005 sei es Bundespräsident Johannes Rau und im Vorjahr die Schauspielerin Ursula Cantieni gewesen, erinnerte Kornelia Harff-Asch vor hundert geladenen Gästen. Die Verbundenheit des Malers mit Badenweiler basiere auf dessen Freundschaft mit Klaus Lauer, sagte die BTT-Geschäftsführerin.
Die Laudatio hielt Peter Iden. Er ist Professor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt und bekannt als Theaterkritiker und früherer Feuilletonchef der Frankfurter Rundschau. Gotthard Graubner gelte als "der deutsche Protagonist der ungegenständlichen Kunst", betonte Iden. Geschichten über einen Maler könne man am besten über seine Werke erzählen, sagte Iden und verdeutlichte Graubners Schaffenskraft mit einer Diaschau seiner Werke. Das erste, ein Selbstprotrait, hatte der Maler 1945 als 15-Jähriger gezeichnet. Gotthard Graubner, 1930 in Erlbach geboren, hat in Berlin, Dresden und Düsseldorf studiert und war Professor an den Kunstakademien Hamburg und Düsseldorf. Sein Lehrer sei Georg Meistermann gewesen, sein Mentor Karl-Otto Götz, erzählte Peter Iden. In Düsseldorf habe Graubner 1960 seine erste Einzelausstellung in der berühmten Galerie des Malers Alfred Schmela gehabt. Er habe damals, wie Heinz Mack und Otto Piene, zum "Zero-Kreis" der europäischen Avantgarde gehört, so der Laudator.
1987 wurde Graubner der August-Macke-Preis verliehen. Ein Jahr später beauftragte ihn der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, in seinem Amtssitz Schloss Bellevue die Seitenwände des Festsaales mit zwei großflächigen Bildern zu gestalten. Seit etwa 50 Jahren malt Gotthard Graubner abstrakt. Er erzeuge virtuose Farblandschaften, so Iden. Ein Farbgang breite sich aus, die Konsistenz der Farbe bestimme die Bewegung, die Bildflächen atmeten. Die Graubner-Bilder seien ein Angebot an die Empfindungsfähigkeit des Betrachters und auch ein Appell an die Begabung der Herzen. "Gotthard Graubner hat die Welt reicher gemacht. Es ist ein Großer, den Badenweiler ehrt", sagte Laudator Iden.
"Wir sind stolz, Ihnen unsere Ehrengastwürde verleihen zu dürfen", sagte Bürgermeister Karl-Eugen Engler, als er die Urkunde übergab. Als Initiatoren und Ideengeber für alle Ehrengast-Auszeichnungen lobte der Bürgermeister Klaus Lauer und Georg Gloeser. Er sei ein Maler, kein Redner, sagte Gotthard Graubner bei der Ehrung. Er habe bei einer Ausstellung in Frankfurt vor 22 Jahren Klaus Lauer und dessen Familie, die damaligen Besitzer des Hotels Römerbad, kennengelernt. Daraus habe sich eine enge Freundschaft entwickelt. In Badenweiler und seiner Landschaft liege die Kunst in der Natur. Er erinnere sich gerne an die von Klaus Lauer initiierten Römerbad-Musiktage, sagte Graubner: "Es ist sehr bedauerlich, dass es die nicht mehr gibt".
Das hohe Niveau der berühmten Römerbad-Musiktage ließ der Pianist Moritz Ernst wieder aufleben – mit virtuos gespielten Kompositionen von Claude Debussy und Igor Strawinsky.
Quelle: Badische Zeitung, Sigrid Umiger






