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Mittwoch, 22. Dezember 2010

Badenweiler offeriert als Geschenkidee römische Seifen

Jede erzählt ein Stück der antiken Geschichte des Heilbades.

Die antike Badekultur lässt sich in Badenweiler nicht nur, wie in der Badruine, architektonisch nachvollziehen. Neuerdings kann man sie sogar riechen. Im Auftrag der Gemeinde hat die Heitersheimer Firma Hirtler Seifen GmbH die römische Geschichte Badenweilers in exquisiten Seifen verewigt. Jede der drei Sorten hat eine eigene Geschichte, die markant im Seifenstück eingeprägt ist.

 

Der Römische Kaiser Vespasian, der 88-jährig 79 nach Christus gestorben ist, war zehn Jahre lang der große Imperator des Römischen Reiches, zu dem auch 500 Jahre lang das heutige Baden-Württemberg gehört hat. Vespasian war mit allen Wassern gewaschen, hat aber wohl keine Seife gekannt. Er soll sich mit Öl gereinigt haben. Diese kaiserlich-ätherischen Düfte wurden nun in der blauen "Vespasian"-Seife eingebunden.
Auf jedem Seifenstück sind Abdrücke römischer Artefakte eingeprägt, die in Badenweiler gefunden wurden. So zeigt die Rosenöl-Variante die 1785 bei der Ausgrabung der Badruine gefundene Bronzemünze mit dem "P" und der Inschrift: si me amas – wenn du mich liebst. Prägung der beigefarbenen Seife ist die "Gemme", ein kunstvoller Ringstein mit dem Gott der Liebessehnsucht, Photos. Entdeckt wurde der Schmuck 1943 bei Gartenarbeiten in Badenweiler.

 

Das erste Seifen-Trio übergab Antonio Liberatore, Geschäftsführer von Hirtler-Seifen, in Badenweiler an Bürgermeister Karl-Eugen Engler und Kornelia Harff-Asch, Geschäftsführerin der Badenweiler Thermen und Touristik GmbH (BTT). Römische Seifen sind in Heitersheim bereits ein Renner. Beim Heimattage-Event in Heitersheim sei ihm, "im passenden Ambiente des römischen Streitwagens", die Idee gekommen, das auch in Badenweiler umzusetzen, sagt Engler.

 

Danach begann die Suche nach antiken Rezepturen, erzählt Antonio Liberatore. Grundvoraussetzung sei natürlich eine rein pflanzliche Basis gewesen mit Palm-, Kokos- und Olivenöl. Dazu hätten der Bürgermeister und Kornelia Harff-Asch Duftvorschläge unterbreitet. Jede Seife sei optisch Träger eines Kunstwerkes, wichtig seien aber auch sensorische Wahrnehmungen wie Farbe und Duft, denn so Antonio Liberatore: "Nichts ist so intim wie eine Seife." Hirtler erstellte verschiedene Rezepturen und überließ die Proben der Gemeinde und der BTT zum Test. Bei der Duftfindung hätten auch seine Kinder mitgeholfen, sagt der Bürgermeister.

 

Die Beipackzettel zu den Seifen erzählen die Geschichten der Artefakte und wurden von Heinz Setzer verfasst. Das Seifen-Trio steht unter dem Slogan: "Salus per aquam" – Heilwerden durch Wasser. Jede Seife trägt auf einer Seite das neue BTT-Logo einer römischen Säule und auf der anderen Seite den Aufdruck: "Badenweiler-Therme".

 

Römische Seifen Badenweiler: Erhältlich der Cassiopeia Therme und in der Tourist-Information. Die BTT beliefert auch Hotels und Ladengeschäfte. Eine Seife kostet 3,50 Euro, als Dreierpack in einer Schmuckkiste aus Holz 15,50 Euro.

 

Quelle: Badische Zeitung - Sigrid Umiger

 
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