5000 Jahre Gutedel
Markgräflerland – Gutedelland
Die Gutedeltraube ist über 5000 Jahre alt und gehört zu den ältesten Rebsorten. Sie ist typisch für die Region um Badenweiler und bringt leichte, feinduftige Weine hervor, die einen zarten Mandelton haben. Der Gutedel ist sehr säurearm und damit äußerst bekömmlich.
Der Gutedel - auch Chasselas - ist eine Rebsorte, die weltweit verbreitet ist. Sie hat eine lange und interessante Geschichte. Der Ursprung der schmackhaften Tafeltraube liegt in Ägypten. Ob die an¬tiken Griechen und Römer durch das Rhonetal und über die Alpenpässe den Gutedel ins Land der Gallier und Germanen brachten, ist nicht genau bekannt. Tatsache ist, dass die Rebsorte im Wallis und im Waadtland in der Schweiz ihre größte Verbreitung fand.
Markgraf Karl-Friedrich von Baden, erster Großherzog von Baden, (1728-1811), lernte bei seinem Studium in Vevey den Chasselas kennen. Der aufgeklärte Landesherr, zugleich ein großer Gönner Badenweilers und seiner Heilquellen, förderte fortschrittlich Landwirtschaft und Rebenanbau. So ließ er 1780 von Vevey am Genfer See Gutedel-Pflanzholz ins Markgräflerland kommen.
Heute findet man den Gutedel hauptsächlich in der Westschweiz und im Markgräflerland, vereinzelt im Elsass, in den Savoyen, an der Loire, in Ungarn, in Österreich und auch in dem nördlichsten Anbau¬gebiet in Deutschland, in Freyburg / Unstrut und dem Gebiet um Meißen.
In Deutschland sind rund 1200 Hektar mit Gutedel bepflanzt. Hauptanbaugebiet des Gutedels mit 98 % der Gesamtanbaufläche ist heute das Markgräflerland. Der Gutedel findet hier ideale klimatische Bedingungen vor: warme und sonnige Tage im Hochsommer gepaart mit nächtlichen kühlen Fallwinden von den Bergen des Südschwarzwaldes, ausreichende Niederschläge im Frühjahr und eine gute Wasserhaltefähigkeit der fruchtbaren, tonreichen Böden. I
Aus all den genannten Anbaugebieten finden Sie Vertreter der Gut¬edelrebe im rebenbotanischen Schaugarten. Vorgesehen ist, in der Sammlung alle weltweit vorkommenden Spielarten der Rebsorte Gutedel zu zeigen.


